"Es sind die 10%,
die wir anders machen,
die Erfolg bedeuten."

— Antonio Guida —

Hotel INVESTITION

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Vapiano Aktie: Der Niedergang!

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich ist es ein erfolgsversprechendes Konzept: der Service schnell und reduziert, die italienischen Speisen, meist Pizza oder Pasta, mit frischen Produkten zubereitet – und das Ganze im hippen Ambiente. Im Prinzip also eine moderne und gesundheitsbewusste Form von Fast Food, maßgeschneidert auf das junge städtische Publikum.

Vapianos Niedergang

Lange Zeit ging das Geschäftsmodell von Vapiano auch auf. Doch dann wollte man zu viel. Die Geschäftsführung expandierte ab 2014 massiv auch außerhalb der großen Metropolen. Dort war die Nachfrage allerdings gering, das Wachstum verlangsamte sich und der Gewinn brach ein.

Um Geldmittel einzustreichen, brachte die Vapiano-Führung das ohnehin strauchelnde Unternehmen 2017 schließlich an die Börse – und scheiterte damit krachend. Allein in den ersten drei Quartalen 2019 wies die Restaurantkette einen Verlust von 46,1 Millionen Euro aus, deutlich mehr als ein Jahr zuvor (-29,4 Mio. €). Jetzt, im April 2020, hat der Niedergang Vapianos endgültig seinen Höhepunkt erreicht. Schuld ist: das Coronavirus.

Insolvenz angemeldet

Der Konzern musste wegen den Eindämmungs-Maßnahmen nahezu alle seiner weltweit 230  Restaurants schließen, während die Kosten munter weiterliefen. Bereits Mitte März warnte die Gastro-Kette vor Zahlungsunfähigkeit und richtete einen dringenden Appell an die Bundesregierung, wonach man umgehend Staatshilfen brauche. Damals war von einem Liquiditätsbedarf von 24 Millionen Euro die Rede.

Das Problem: Die Kredite der Förderbank KfW sind jenen Firmen vorbehalten, die nicht schon vor der Corona-Krise in Schieflage waren. Und so kam es wie es kommen musste: Letzte Woche meldete Vapiano Insolvenz beim Amtsgericht Köln an. Laut Unternehmensangaben habe man sich mit den Gläubigerbanken und den drei Großaktionären nicht über die weitere Finanzierung einigen können. Offenbar hatten die Akteure also kein Interesse mehr, frisches Geld in die Firma zu pumpen.

Sanierungslösung im Blick

Und wie soll es jetzt weitergehen? Die vorläufig mit der Insolvenz betraute Anwältin Ruth Rigol von der Kölner Kanzlei Pluta betonte, dass man eine Sanierungslösung für das Unternehmen erzielen wolle. Doch noch sei nicht abzuschätzen, wann Vapianos Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden könne.

Nach Unternehmensangaben arbeiten für Vapiano weltweit etwa 10.000 Mitarbeiter, davon rund 3.800 in den 55 deutschen Restaurants. Ein Teil der Filialen wird von Franchisenehmern betrieben, die sich laut einem ARD-Bericht allerdings nicht von der Insolvenz betroffen sehen.

Wertvernichtung à la Vapiano

Wie dem auch sei: Der ohnehin angeschlagene Aktienkurs reagierte prompt. Am Donnerstag brach der Pennystock im XETRA-Handel um knapp 70 Prozent auf 0,28 Euro ein. Am Freitag betrug die Marktkapitalisierung gerade einmal noch gut 9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Vor dem Börsengang im Sommer 2017 war das Unternehmen noch mit rund 550 Millionen Euro bewertet worden. Der Ausgabepreis lag damals bei 23 Euro pro Aktie. Eine immense Wertvernichtung also, die zumindest frühzeitig investierten Anlegern ein bitteres Verlustgeschäft eingebracht hat.

Für Vapiano und seine Anleger wird nun alles davon abhängen, dass das Insolvenzverfahren inklusive einer weitreichenden Sanierung erfolgreich über die Bühne gebracht werden kann – und dass die Einschränkungen im Gastgewerbe so schnell wie möglich aufgehoben werden

(Stand: Freitag, 03. April 2020 12:00 Uhr).

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Investments 

 

Ihr Team Hotelconsult GmbH